Mittwoch, 18. November 2015

Rezension: Frankenstein

Ein Horrorklassiker, der allerdings ein bisschen Zeit und Muße braucht. Frankenstein von Mary Shelley.

Verlag: Anaconda

Preis: 6,95 € (gebunden) bei AMAZON

Seiten: 304

Genre: Horror / Klassiker

Klappentext
Mary Wollstonecraft Shelley, geboren 1797, heiratete 1816 den Romantiker Percy Bysshe Shelley. In einem Sommerurlaub schlägt der Gastgeber vor, Geistergeschichten zu erzählen, um die Regentage zu überbrücken. Seine Frau begeisterte mit ihren Erzählungen die Zuschauer. 1818 wurde ›Frankenstein oder Der neue Prometheus‹ veröffentlicht, das als ihr Hauptwerk gilt.

Die Handlung
Im Großen und Ganzen kennt wohl so ziemlich jeder die groben Umrisse der Handlung in diesem vielfach verfilmten Klassiker der Weltliteratur. Als ich mich entschied, mir die wunderbare Anaconda-Ausgabe zu kaufen, hatte ich das eine oder andere Bild im Kopf, wie die Handlung sich entwickeln würde.
Dr. Frankenstein (der im Buch meines Wissens nach nie promoviert hat) setzt sich in den Kopf, in einer stürmischen Nacht einer von ihm erschaffenen Kreatur neues Leben einzuhauchen. Diese Kreatur ist groß, hässlich und plump. In meiner Vorstellung bricht Frankenstein daraufhin in irres Gelächter aus und das arme Monster wird mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Dorf gejagt.

Wie so oft kommt es aber ganz anders als gedacht... das müsst ihr aber wohl selber lesen! Aber nur, um ein Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Nein, der Name des Monsters ist nicht bekannt. Der Name des Schöpfers ist Viktor Frankenstein.

Das hier ist also falsch!




Die Charaktere
Im Grunde lernt man nur den Ich-Erzähler, Viktor Frankenstein kennen, der einem Freund seine Lebensgeschichte erzählt. Er beginnt bei seiner behüteten Kindheit in einem reichen Schweizer Elternhaus, umgeben von Fürsorge und Schutz.
Er beschreibt sich als ein ausgesprochen wissbegieriges Kind, immer mit der Nase in einem Buch. Als er alt genug ist, verlässt er sein Elternhaus, um Medizin und Chemie zu studieren. Bis hierher ein wirklich sympathischer Charakter.

Doch dann, nach jeder schicksalhaften Nacht, geht es auch mit meiner Sympathie für ihn den sprichwörtlichen "Berg runter". Ich kann euch zwar keine inhaltlichen Stellen nennen, ohne zu spoilern, aber logischerweise wird Viktor hin und wieder mit seiner Schöpfung konfrontiert. Vom Image des "verrückten Wissenschaftlers" keine Spur. Er verleugnet seine Taten, bricht seine Versprechen, erleidet den einen oder anderen Nervenzusammenbruch und jammert im Allgemeinen unglaublich viel herum.

Der Stil
Wie man es bei einem Klassiker dieses Alters vermuten kann, ist der Schreibstil nicht ganz einfach zu lesen, dennoch kommt man meiner Meinung nach schnell hinein.
Und, interessanter Punkt am Rande: Die Stellen, in denen Frankensteins Monster spricht, haben, entweder durch die Übersetzung oder tatsächlich im Original, einen anderen Tonfall als der Rest des Textes. Schreibt mir doch mal, ob ihr das auch festgestellt habt.

Fazit
Auch, wenn ich mir unter dem berühmten Viktor Frankenstein, dem Urvater aller verrückten Wissenschaftler etwas anderes vorgestellt habe: Ein Klassiker, den man mindestens ein Mal in seinem Leben gelesen haben sollte.





Montag, 6. Oktober 2014

Ein Nachtrag: Leben ohne Fernseher

Meine lieben Leserinnen und Leser,

seit mittlerweile 1,5 Jahren lebe ich nun ohne Fernseher - viele von euch, die meinen Startpost vom Mai 2013 gelesen hatten, haben mich gefragt, wie es mir denn nun ergangen sei.

Grund genug, endlich einmal die Fortsetzung niederzuschreiben. Dabei gliedern sich diese 1,5 Jahre aber in 3 verschiedene Abschnitte, die ich sehr unterschiedlich erlebt habe. War es schwierig oder gewöhnungsbedürftig? Weder noch. Ich kann es jedem von euch nur wärmstens empfehlen.

Phase 1: Die Internetkompensation
Wie ich im Startpost schon prophezeien konnte, hat sich in der ersten Zeit der Fokus vom Fernseher auf das Internet gerichtet. Allein durch die Tatsache aber, dass ich dort sehen konnte was ich wollte, wann ich wollte hat sich die Zeit, in der ich mich von irgendetwas berieseln lassen wollte deutlich beschränkt. Sprich: Ich habe eine Halbe- oder Dreiviertelstunde eine Serie meiner Wahl angesehen - und dann war es auch gut.
Ich habe zudem automatisch meinen Blick weg von z. B. Facebook (meiner Meinung nach eine der neuen Verdummungsmaschinerien) und auf kreative Plattformen wie beispielsweise tumblr gelenkt. Die Inspirationen, die ich dort jeden Tag erhalte, zu Themen, die ICH ausgesucht habe und die MICH interessieren, sind einfach unglaublich stimulierend.

"Bei Facebook sind die Leute, mit denen ich zur Schule gegangen bin. 
Bei tumblr sind die Leute, mit denen ich gerne zur Schule gegangen wäre."



Phase 2: Ein Blick in die Matrix
Vor einigen Wochen musste ich dann leider zwecks Studium meine große Wohnung räumen und für ca. einen Monat wieder bei meinen Eltern einziehen. Und dort wurde mir ein Blick in die Matrix gewährt :D - klingt pathetisch, was? Aber nach mittlerweile einem Jahr ohne Boulevardmagazine und Werbung (oh mein Gott wie schlimm ist Werbung bitte??) wurde ich zurück in eine Umgebung katapultiert, in der wie selbstverständlich Nachmittags und Abends fern gesehen wird. Und ja, ich habe mitgemacht (der soziale Druck, ihr wisst schon...).

Und da ist mir erschreckend bewusst geworden, wie sehr das Fernsehen unser Menschenbild doch prägt. Unser Bild von uns selbst. Auf einmal sehe ich mich nach "Shopping Queen" und "Taff" auf der Waage stehen, um meinen Körperfettanteil herauszufinden. Sowas hatte ich seit Monaten nicht gemacht! Wie ich den alltäglichen Sexismus in der höchst wichtigen Debatte: "Was finden Männer sexyer, Hotpants oder Miniröcke??" schlicht überhört habe. In der Werbung erzählt das fette Ü-Ei mit extrasanfter Stimme den kleinen Mädchen vor dem Bildschirm, dass jetzt Feen oder Barbies oder so in jedem beschissenen siebten Mädchen-Ei (what??) zu finden sind.



Und ja, ich merkte auch an mir selbst, dass da ein Abstumpfungsprozess stattfand. Nicht nur gegenüber offensichtlichen Widerlichkeiten, sondern ein Abstumpfungsprozess des Intellekts selber. Als wäre da ein Schleier über meinen Gedanken. Oder eine Bremse an meinen Synapsen. Könnt ihr das nachvollziehen?

Wenn ich daran denke, wie viele vor allem junge Menschen da draußen vor ihren Glotzen sitzen, sich wahlweise ihre hotpans-tragenden oder besoffen-grölenden Idole aussuchen, von denen keiner seine oder ihre eigene Muttersprache fließend zu sprechen scheint ... überkommt mich doch begründete Sorge über die Zukunft unserer Welt. Vielleicht liest ja doch der eine oder andere Elternteil hier mit.

Oft genug wurde mir die abendliche Tatortberieselung dann doch deutlich zu viel - also schnell wieder raus aus der Matrix und zur Sache: Dinge, die ich in meiner Jugend gehasst und nicht gekonnt habe, fallen mir nun wesentlich leichter und machen mir sogar Spaß (Mathe zum Beispiel oder Logikrätsel lösen wie die HIER). Ganz allgemein sind meine Gedanken schneller, klarer. Ich denke strukturiert und strategisch. Keine Ahnung, ob sich das auf den Fernseher-Entzug beziehen lässt - aber sicherlich war diese Entscheidung ein verstärkender Faktor.

Phase 3: Die 6 GB-Challenge
Wie oben erwähnt bin ich wegen des Masterstudiums aus Köln weggezogen - und hocke nun in einem Studentenwohnheim im hohen Norden. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, wie meine weise Großmutter nie müde wird zu betonen.
In einem Studentenwohnheim muss jeder auf den anderen Rücksicht nehmen, und so steht es wohl auch um das Internet. Monatlich 6 GB stehen jedem Bewohner zur Verfügung - mit Videos und exzessivem Youtuben und Tumblrn ist also erstmal Schluss.
"Challenge Accepted" sage ich mir und melde mich in der Stadtbibliothek an.

Zu den neuen Entwicklungen kann ich mich leider noch nicht äußern - ich stehe erst am Beginn von Phase 3 - werde euch aber gern auf dem Laufenden halten, wenn es neue Entwicklungen gibt. 

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie hat der Verzicht euer Denken verändert? Stoßt ihr auf Widersprüche/Gruppenzwang oder ähnliches? 

Donnerstag, 6. Februar 2014

Rezension: Noah

Eine Thematik, die ich nie Leid werde bei einer etwas holprigen Umsetzung. Noah von Sebastian Fitzek.

Verlag: Bastei Lübbe

Preis: 19,99 € bei AMAZON

Seiten: 560

Genre: Thriller

Klappentext:
Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat.

Meine Meinung:
Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch durch eine Rezension von Chocolat Pony auf Youtube - sie sagte dort kaum etwas zum Inhalt, was ich gut finde, deutete nur an, dass die Thematik ähnlich sei wie bei Dan Brown's Inferno (HIER), das mir ja unheimlich gut gefallen hat! Ich schließe mich dem Beispiel also an, schreibe nichts mehr zum Inhalt sondern erzähle euch gleich meine werte Meinung!

Die Handlung setzt eigentlich gleich nach den ersten 20 Seiten voll ein - was logisch ist, wir können ja aus der Vergangenheit des Protagonisten nicht wirklich etwas erfahren. Aber was für eine Handlung. Noah stürzt von der einen in die nächste Katastrophe. Fitzek nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die ganze Welt, von Manila über die USA bis nach Berlin (dem Beginn der Story), Rom, Amsterdam etc. Auch das erinnert mich an "Inferno". Dabei wird die Erzählung nie langweilig - sie hat mich tatsächlich ausgezeichnet unterhalten. Der Geschichte fehlt aber ein wenig die Struktur. Wiederum hat der Leser das Gefühl, einem Actionfilm zuzusehen - ich mag es eher, wenn ruhige, nachdenkliche Phasen überwiegen.


+++ Achtung, Spolier! +++
Die Lösung des Rätsels (Noah hat einen Zwillingsbruder und aufgrund einer kognitiven Dysfunktion verliert er ständig das Gedächtnis) finde ich leider ziemlich abgeschmackt. Fitzek scheint eine ziemlich Vorliebe für psyschische und neuronale Erkrankungen als Allheilmittel für scheinbar ausweglose Romanenden zu haben - und wird damit leider etwas vorhersehbar. 
+++ Spoiler Ende +++

Die Charaktere:
Tja, als Charakterfetischistin muss ich mich wieder zu den handelnden Personen auslassen.
Noah als Protagonist hat mir zunächst gut gefallen. Ich habe es genossen, seinen Weg zu verfolgen, zu beobachten, wie er sich seine Situation zu erklären versucht, seinen inneren Dialog zu verfolgen. Zum Ende hin hat er angefangen, mich ziemlich zu nerven. Wer mich kennt, weiß, dass ich emotionale, naive Charaktere nicht ausstehen kann. Und zu genau dem wird Noah. Schade.

Oscar, Noahs obdachloser Begleiter ist ein sympathischer, lustig-trotteliger Typ. Genau die Art von Begleiter, die man einem Protagonisten klassischerweise an die Seite stellt.

Fehlt noch das "Bond-Girl", die amerikanische Reporterin Celine. Sie hat mir gut gefallen, ein starker weiblicher Charakter, eine Löwin, die ihr (noch ungeborenes) Kind beschützt. Natürlich auffallend hübsch.

Zaphire, Kontrahent oder Vordenker, das ist bis zum Schluss nicht richtig geklärt und wird dankenswerterweise dem Leser überlassen. Ein interessanter Charakter mit Ecken und Kanten, jedoch letztlich konsequent. Sehr schön!

Das Fazit: 
Immer noch spannendes Thema, das einen sauren Nachgeschmack zurücklässt. Einen Tick zu viel Scheinheiligkeit für meinen Geschmack. Dennoch ein spannender Unterhaltungsroman. Ich empfehle jedoch "Inferno" von Dan Brown vor diesem Buch.

Handlung/Idee: 3/5
Charaktere: 4/5
Stil: 5/5






Samstag, 12. Oktober 2013

Rezension: Die zitternde Frau


Eine mysteriöse neurologische Krankheit von innen betrachtet: Die zitternde Frau von Siri Hustvedt

Verlag: rororo

Preis: 8,99 € bei AMAZON

Seiten: 240

Genre: Non-Fiction, Neurologie, Psychologie

Klappentext:
Siri Hustvedt, eine unserer herausragenden Schriftstellerinnen, gehört seit langem zu den brillantesten Erforschern von Gehirn und Geist. Kürzlich jedoch wandte sie ihr Forschungsinteresse sich selbst zu: Knapp drei Jahre nach dem Tod ihres Vaters, während einer Gedenkrede auf ihn, fand sie sich plötzlich von Konvulsionen geschüttelt. War das Hysterie, eine Übertragung, ein zufälliger epileptischer Anfall?

Der Inhalt: 
Siri Hustvedt, die bisher auf einem schwer zu erreichenden Niveau großartige Romane schrieb und schreibt, wird von einer auf die andere Sekunde von einem Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen: Der von ihr innig geliebte und verehrte Vater stirbt und als sie eine Rede zu seinem Andenken hält, wird sie urplötzlich von einem heftigen Zittern in den Beinen überrascht.
Ärtze können sich keinen Reim auf dieses Phänomen machen, als beschließt Hustvedt, sich Hals über Kopf selber in die Veröffentlichungen und Forschungen zu den Themen neurologischer Störungen, Psychosen, Psychoanalyse und so weiter zu stürzen - die Ergebnisse dieser Arbeit hält sie in diesem Buch fest.
Dabei reist der Leser mit ihr durch die unzähligen Erkenntnisse, zu den Arztbesuchen, die keine Ergebnisse bringen, zu den Psychologen und Psychoanalytikern, durch die Fachliteratur zu so unglaublich interessanten Themen wie Split Brain Operationen (und Nebenwirkungen) oder den frühen Beschreibungen der Hysterie durch Josef Breuer und Sigmund Freud.

Meine Meinung: 
Ein erschütterndes Erlebnis muss es sein, wenn der eigene Körper einem plötzlich nicht mehr gehorcht - sich gegen den eigenen Willen zu richten scheint. Doch Siri Hustvedt kennt man nicht als eine Person, die sich kampflos geschlagen gibt oder die blind den Ärzten vertrauen würde. Sie beschreibt sich selbst als absolut abhängig von Information, sie habe sich wie besessen auf alles gestürzt, was es zu den Themen Epilepsie, Neurologie, Gehirnerkrankungen, Psychoanalyse, Psychiatrie etc. zu lesen gegeben habe.
Eine Frau, die mir zutiefst sympathisch ist.
Sie nimmt den Leser an der Hand und führt ihn durch alles, was sie erlebt hat - vom ersten Auftreten des Zitterns, durch ihre Todesängste, die immer wieder neu aufkeimenden Vermutungen: Das könnte es sein! - die dann doch alle zunichte gemacht werden. Durch ihre Angst, dass in der Psychoanalyse zu tief gegraben werden könnte, ihre Hoffnung, dass es doch etwas organisches sei, ein Fehler in der Biologie, den man vielleicht beheben könnte. Und natürlich führt sie uns durch alles, was sie selbst gelesen hat. All die erstaunlichen Beschreibungen neurologischer und psychischer Krankheiten - wie z. B. der Mann, dessen linker Arm ein Eigenleben führte und ständig versuchte, seinen Besitzer zu schlagen. Oder die Frau, die in jedem Moment ihres Lebens ein Abbild von sich neben sich hergehen sah.
Dabei schreibt Hustvedt niemals in einem belehrenden oder gar lehrbuchartigen Ton. Ich hatte während der ganzen Lektüre (und ja, ich habe das Buch verschlungen) das Gefühl, mit einer Freundin am Tisch zu sitzen, die mir ihre Geschichte erzählt. Eine unheimlich intelligente Freundin, die sich wissenschaftlich auszudrücken weiß.
Durch ihre Forschung auf eigene Faust wurde Siri Hustvedt zu einer begehrten Rednerin für Themen der modernen Psychoanalyse und Neurobiologie. Zu Recht!

Mein Fazit: 
Ein Lehrbuch, dass sich nicht wie eines anfühlt, ein Erfahrungsbericht, alles von einer begnadeten Wortkünstlerin, für die ich nichts als Hochachtung empfinde. Bitte kaufen!

Lerneffekt: 5/5
Anspruch: 4/5
Stil: 5/5



Mittwoch, 17. Juli 2013

Rezension: Der Märchenerzähler

Ein Buch, dass ich mit Freude verreiße - Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis

Verlag: Oetinger

Seiten: 446 Seiten

Genre: Jugendliteratur

Inhalt:
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit?

Meine Meinung: 
Dieses Buch wurde ja wirklich von vielen verschiedenen Seiten ziemlich in den Himmel gelobt. Der Stil wurde als poetisch, die Story als spannend gepriesen. Obwohl ich doch eigentlich dem Jugendbuch abgeschworen hatte, vor allem, wenn solche schleimtriefenden Liebesgeschichtchen darin vorkommen, haben mich die Rezensionen dazu bewogen, dem Buch doch eine Chance zu geben.

Inhalt und Handlung: 
Das brave Mädchen aus dem Bilderbuch, Anna, kommt mit 17 Jahren endlich in die Pubertät und verknallt sich in den Dorfassi, den Drogendealer Abel. Das kann ja nicht gut gehen, denkt sich der geneigte Leser und so kommt es auch. Die Idee ist nichts Neues, braves Mädchen, böser Junge, der aber natürlich einen weichen Kern hat, seiner kleinen Schwester Märchen erzählt aber dabei so distanziert und geheimnisvoll bleibt ...
Die Handlung tröpfelt so dahin, es passieren zwei Morde, die so nebenbei erzählt werden, wir schauen in Annas Gedanken, zwischendrin gibt es immer wieder Ausschnitte aus Abels Märchen. Bis hierhin eine unterdurchschnittliche Liebesgeschichte.
Bis sich irgendwann der nicht ganz so Marshmallowweiche Kern des netten Abel zeigt.

Achtung, Spoiler!!!
Abel vergewaltigt seine liebste Anna, lässt sie dann sitzen. Aber hey - sie weiß, dass sie es selber Schuld war und natürlich verzeiht sie ihm - sie liebt ihn schließlich. Und alles ist wieder super. Aber natürlich hat er eine schwere Kindheit gehabt und verdient sich ein bisschen als Stricher dazu ...Das entschuldigt natürlich alles!

Bei all dem bleibt die Handlung weiter auf der Strecke - zwischendurch gab es Phasen, die ich einfach überlesen habe, ohne etwas zu registrieren. "Atemlos spannend" - schreibt ein Rezensent. Nicht im Entferntesten. Ich habe mich ziemlich gelangweilt.

Die Sache mit der Moral:
Ganz ehrlich: Wenn eine Autorin sowas schreibt, ein Buch, das dann ab 14 Jahren freigegeben wird - verschwendet sie auch nur einen Gedanken daran, dass 14 jährige Mädchen so etwas lesen und es für RICHTIG halten?? Dass man als Frau Gewalt zu akzeptieren hat, wenn man jemanden liebt? Ich halte dieses Buch für die Krönung aller dämlichen Jugendbücher mit beschissenem Frauenbild - und davon gibt es so verdammt viele.

Der Stil:
... ist interessant. Anders. Vor allem zu Beginn dieses Buches ist mir der eigenwillige Stil aufgefallen. Danach nur noch sporadisch. Als wolle die Autorin am Anfang ein bisschen aus dem Muster fallen.

Mein Fazit:
Je mehr ich darüber nachdenke, desto widerlicher finde ich dieses Buch. Nicht nur die Botschaft ist unter aller Sau. Daneben ist die Handlung langweilig, seltsam, die Protagonistin ist mal wieder unerträglich naiv und doof, Spannung kommt sowieso nicht auf. Finger weg hoch 10!!





Montag, 1. Juli 2013

Lesemonat Juni

Wuhuuuu, ein Rekordmonat!!
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Stieg Larsson: Verblendung
Dazu muss ich glaube ich nicht mehr so viel sagen ... toller Auftakt, ich werde die Trilogie auf jeden Fall weiterverfolgen.
Spannend, großartig geschrieben und was fürs Köpfchen. 5 Sterne

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Stefan Zweig: Schachnovelle
Verdient ein Klassiker der deutschen Literatur. 5 blaue Sterne.

REZENSION

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Lucinda Riley: Das Orchideenhaus
Ziemlich kitschig und realitätsfern. Das wär ja noch okay, aber auch die Story wird ab der Mitte ziemlich zäh ... 2 Sterne.

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Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler
Eine Überraschung für mich, da ich die Fitzek-Bücher bisher immer eher mittelmäßig fand. Super, spannend, ein Sternchen Abzug für das doch recht verworrene Ende. 4 Sterne.

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Gene Stone: Gabel statt Skalpell
Ich habe den Theorieteil gelesen. Gute, knappe Infos zu gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Vorteilen der pflanzlichen Ernährung. Leckere Rezepte! 4 Sterne.

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Barbara Stäcker: Nana, der Tod trägt Pink
Ergreifend und toll. 5 Sterne.

REZENSION

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Kai Meyer: Die Fließende Königin 01
Eines der ersten Bücher von Kai Meyer - er wurde später besser. Trotzdem eine phantasievolle, groteske Welt - ich liebe diesen Autor einfach. 4 Sterne.

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Jaaa, das war ein wirklich erfolgreicher und schöner Lesemonat - ein Highlight jagte das nächste und meine Glückssträhne scheint dank Inferno (und anderen tollen Kinde E-Books) nicht abzureißen!
Insgesamt habe ich 7 Bücher gelesen, 2424 Seiten, das entspricht 81 Seiten pro Tag!

Was waren eure Highlights im vergangenen Monat? hattet ihr auch Flops?